Patrick Weißler beginnt sein Amt mit einer Projektion ins Jahr 2032

HAUENSTEIN. Von Fritz Walter und von Friedrich dem Großen, von Goethe, von der Demut, von einer Vision und von großen Zielen war bei der Amtseinführung von Patrick Weißler zu hören. Was hat der neue Bürgermeister der VG Hauenstein vor?

Mit Goethes Faust schloss der Deutschlehrer, der künftig Bürgermeister der Verbandsgemeinde Hauenstein sein wird, bei der Amtseinführung am Dienstagabend seine Rede: „Der Worte sind genug gewechselt. Lasst mich auch endlich Taten sehn!“, zitierte Patrick Weißler am Ende seiner Ausführungen den Dichterfürsten aus Weimar. Ab dem kommenden Montag, wenn er das Chefbüro im Rathaus beziehen wird, wird er seine Worte in Taten umsetzen können…

Nach dem Dank an Wähler, an Unterstützer, an die Familie und seinen Vorgänger Werner Kölsch beschrieb Weißler eine Vision, eine Projektion ins Jahr 2032: Dann werde die VG Hauenstein ihr 60-jähriges Bestehen feiern, mit vielen Menschen, vielen Kindern und viel Musik, mit Politikern aller Farben und vielen Ehrengästen. „Und in der Mitte ein großes Banner: Verbandsgemeinde Hauenstein 1972-2032“, es sei eine „großartige Feier“, ein „herrliches Fest“.

Dass das möglich sei, dazu „stehen die Chancen so schlecht nicht“, kehrte Weißler zur Gegenwart zurück und berief sich auf die beiden Landtagsabgeordneten der Region, Christof Reichert (CDU) und Alexander Fuhr (SPD), die ihm auf dem Weg zum großen Ziel seiner Amtszeit, dem Erhalt der VG Hauenstein, ihre Unterstützung zugesagt hätten. Sie hätten aber auch deutlich gemacht, dass „der Ball in unserem Spielfeld liegt“. Es liege nun „an uns, die Landesregierung davon zu überzeugen, dass wir über Kooperationen die Ziele der Kommunal- und Verwaltungsreform besser und effektiver erreichen als über eine Fusion“, konstatierte Weißler.

Dafür wolle er sich „mit ganzer Kraft einsetzen“, und „so viele und so gute Argumente wie möglich in Mainz präsentieren, sodass es keinen Grund mehr gibt für eine Fusion“, bekräftigte der künftige Verwaltungschef. Das sei aber nur möglich mit einem „breiten Konsens über alle politische Fraktionen hinweg“, betonte er und rief zu „enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit“ auf und dazu „bestehende Gräben zu schließen, Spannungen zu lösen und Ängste abzubauen“.

Er wolle Bürgermeister der gesamten VG Hauenstein sein und deshalb sei ihm gerade Hinterweidenthal „ein großes Anliegen“: Er wolle deutlich machen „dass es für Hinterweidenthal ein Gewinn ist, in der VG Hauenstein zu sein“. Auf die Zusammenarbeit mit den Fraktionen und den Ortsbürgermeistern, mit den Mitarbeitern der Verwaltung, mit dem Landkreis und den Kollegen aus den anderen Verbandsgemeinden blicke er „mit großer Zuversicht“. Er werde den Austausch, die Beratung und die Abstimmung auf allen Ebenen suchen und sei „für jeden Impuls“ dankbar. Den Bürgerinnen und Bürgern versprach er „ein offenes Ohr und eine offene Tür“, den Ehrenamtlichen als „Säule des sozialen Miteinanders“ sicherte er seine Unterstützung zu.

Weißlers Antrittsrede hörte im Pfarrheim außer den Mitgliedern des Verbandsgemeinderates und den Ortsbürgermeistern Corona bedingt nur eine Handvoll Gäste, darunter Landrätin Susanne Ganster und Weißlers Vorgänger Werner Kölsch. In seiner Begrüßung hatte Herbert Schwarzmüller (FWG VG), der als erster Beigeordneter noch die Amtsgeschäfte führt, auf jene Werte abgehoben, die einst Fritz Walter gelebt hatte. Er betonte dabei besonders dessen Demut. Diese Tugend sei zentraler Ansatz mönchischen Lebens, sie sei auch zentrales Thema moderner Führungslehre und sie sei sicher auch ein guter Ratgeber für einen Bürgermeister. Der müsse sich als „der erste Diener der Gemeinde“ verstehen, zitierte Schwarzmüller sinngemäß einen anderen großen Fritz, den Preußenkönig Friedrich den Großen, bevor er die Ernennungsurkunde übergab und Patrick Weißler den Amtseid sprach.

Landrätin Susanne Ganster versprach, den neuen Verwaltungschef bei der Umsetzung seiner Vision zu unterstützen. Wichtig sei zwischen VG und Kreis „der direkte und persönliche Kontakt und der Austausch“.  Auch der Kreis sei ja von einer weiteren Stufe der Kommunal und Verwaltungsreform betroffen. Und da gelte es –wie auf der Ebene der VGs- nach Kooperationen mit anderen und möglichen Synergieeffekten zu suchen. Seine künftige Aufgabe falle auch wegen der Pandemie in eine „spannende Zeit“, sie sei ein „24/7-Job“. Gerade deshalb gelte es, bei allem Engagement auch die „Kraftquellen, beispielsweise die Familie, zu bewahren“.

Für die Ortsbürgermeister hieß Bärbel Schenk (Hinterweidenthal) den neuen Bürgermeister willkommen: „Starte durch, wir sind dabei“, sagte sie. Es gebe viel zu tun, etwa die personelle Ausstattung der Verwaltung zu verbessern. Sie baue auf „offene und ehrliche Zusammenarbeit ohne Parteigezeter“. Der Hauensteiner Ortschef Michael Zimmermann sprach für die Fraktionen, die er als „Taktgeber“ bezeichnete. Er appellierte, die „interfraktionelle Zusammenarbeit zu intensivieren“, um das große Ziel, den Erhalt der VG Hauenstein zu erreichen und deren Zukunft zu gestalten. „Neugierig und gespannt“ sei er auf Weißlers Amtsführung zum Wohle einer Verbandsgemeinde, „in der es sich zu leben lohnt“. Auch die Personalratsvorsitzende der Verwaltung, Christina Spielberger, gratulierte. Das Personal setze auf „gute kooperative Zusammenarbeit zum Wohle aller“. (ran)