Percussionhammer im Hammertwintett

2. Januar 2020
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HAUENSTEIN. Es war eine eigentlich eher zufällige Begegnung: Bei einer Feier in Mainz sollten die „Dorfmusikanten“, eine kleine Combo, die Blasmusik auf ganz andere Art interpretiert, die Gäste musikalisch unterhalten. Und bei diesem Terzett sorgt Thomas Hammer für die Percussion.

Thomas Hammer? Richtig: Das ist jener Musiker, der aus Hauenstein stammt, seine ersten musikalischen Gehversuche in der Region machte, mittlerweile bei Heidelberg lebt und solistisch als „Percussionhammer“ und unter anderem als Teil des „Hammertwintetts“ in der Republik unterwegs ist.

49 Jahre alt ist Thomas Hammer, dessen Vater Karl-Heinz einst bei den Cry’n Strings trommelte. Und schon als Dreijähriger hatte er seinen Eltern erklärt: „Ich will Musiker werden.“ Der Weg dorthin war weit und mit Umwegen verbunden: Blockflöte bei Frau Walter, Gitarre bei Werner Mansmann, Saxophon bei Bruno Berger. Die Liebe aber gehörte dem Schlagzeug. Ein Schlagzeuglehrer war fern, Papa Karl-Heinz war Autodidakt, wollte dem Filius „nichts Falsches“ beibringen…

Zur Sache: Das Hammertwintett und ihre CD „Backblech II“.

Es ist eine CD, die in die Jahreszeit passt, die aber ganz anders ist, als das, was man von einer CD mit weihnachtlichen Liedern erwartet. Weit weg vom süßen Gesäusel, das durch Einkaufstempel und Weihnachtsmärkte wabert, haben Thomas Hammer (Percussion, Drums, elektronische Sounds) Roland (Tuba, Sepent und Piano) und Bernhard Vanecek (Posaune und Melodika) die berühmten Weihnachtslieder in eigenwilligen Arrangements auf den Kopf gestellt, ohne dabei den Respekt vor dem traditionellen Material zu verlieren.

Die CD beginnt ganz feierlich mit einem Bach‘schen Präludium, das umgebogen wird in Brechts „Dreigroschenoper“ und schließlich –„Hej, das hat ja nix mit Weihnachten zu tun“-die Kurve kriegt zu einem rhythmisch besonders aufgeladenen „Vom Himmel hoch, da komm ich her“, das von vielfältigen Drumsounds beherrscht wird, aber immer wieder zu Martin Luthers unsterblicher Melodie zurückkehrt.

Wie hier werden das knappe Dutzend Weihnachtslieder auf der CD verfremdet, bewegen sich immer Richtung Jazz, wobei Einflüsse des Latin Jazz auch mit afrokubanischen Einflüssen deutlich werden. Da wird „Still, still, weil´s Kindlein schlafen will zum“ zum feurigen Latin Jazz, „Maria durch ein Dornwald ging“ beleuchtet eine eher aufsässige Seite der Mutter Maria, wenn beispielsweise Pink Floyds´ „The Wall“ oder „Papa was a rolling Stone“ eingewoben werden. Der „Little Drummer Boy“ und der „Hirtenruf“ („Kommet ihr Hirten“) werden zum spannenden Ereignis mit afrikanischen und brasilianischen Rhythmen und erstaunlichen harmonischen Wendungen. Und immer wieder erstaunlich, was das Trio aus den Instrumenten herauszuholen vermag – Meister ihres Fachs eben.

Am Dahner Otfried-von-Weißenburg-Gymnasium fand er dann in Rüdiger Ruppert, der heute Erster Schlagzeiger an der Deutschen Oper in Berlin ist, einen „guten Freund“, mit dem er als Schlagzeuger und Percussionist die ersten musikalischen Projekte in den Jazz-Rock-Gruppen „Al Capone“ und „Helmut Kool“ anging. Und er blieb bei der Musik: „Learning by watching, listening and doing“, wie er sagt, war zunächst angesagt. Es folgte ein Musikstudium an der Pädagogischen Hochschule in Karlsruhe, das begleitet wurde von Unterricht bei der Percussion-Größe Hakim Ludin.

Studium, Studienreisen nach Cuba und New York beispielsweise und Praxis in verschiedenen musikalischen Projekten ließen ihn zu einem angesagten und gefragten Percussionisten werden: So arbeitete er unter anderem mit den „Fantastischen Vier“, „The Busters“ und mit den Bigbands des Norddeutschen und des Hessischen Rundfunks zusammen.

An der Mannheimer Musikhochschule, wo Hammer ein weiteres Studium mit dem Schwerpunkt Jazz unter anderem bei Jose Cortijo (Percussion), Keith Copeland (Schlagzeug) und Tom van der Geld (Harmonielehre) absolvierte, lernte er auch den im nordpfälzischen Schneckenhausen aufgewachsenen Roland Vanecek kennen, der klassische Tuba studierte und heute Tubist am Hessischen Staatstheater in Wiesbaden ist.

„Ich kam vom Jazz, er kam von der Klassik, wo damals noch die Warnung ,Hütet euch vor dem Jazz‘ galt“, berichtet Thomas Hammer. „Aber wir haben uns trotzdem prima verstanden“, lacht der Hauensteiner, so gut, dass er zusammen mit ihm, dessen Bruder Bernhard, der Posaune spielt, die CDs „Backblech“ und „BackblechII“ aufnahm.

Die CD –dazu später mehr- machte den Westdeutschen Rundfunk auf Thomas Hammer und die Zwillinge Vanecek, die sich auch in der Tradition der Pfälzer Wandermusikanten sehen, aufmerksam. Mit der Folge, dass die drei die Musik zum WDR-Hörspiel „Räuber Hotzenplotz“ lieferten. Und als im vergangenen Jahr ein verschollenes Manuskript zu „Hotzenplotz und die Mondrakete“ auftauchte, nahm der WDR die neue Episode mit Udo Wachtveitl, dem Münchener Tatort-Kommissar, als Erzähler auf. Die Musik lieferten: Thomas Hammer und die Vaneceks.

Thomas Hammer ist breit aufgestellt: Er unterrichtet an Musikschulen in Kandel und Rauenberg, leitet AGs an Grundschulen und ist mit einem bunten Stilmix und mehreren Formationen auf Konzertbühnen unterwegs: mit dem „Hammertwintett“ ebenso wie mit den Dorfmusikanten, die sich als „Weltmusik-Brassband“ versteht und energiegeladenen Jazz mit eigener Note interpretiert, er trommelt bei der Santana-Coverband „DeCorazon“ und sorgt für Percussion bei der „Urban Dance Machine“, einer „Disco-, Dance- and Musicshow“ im Stile der Disco-Kultur der Siebziger.

Nicht zuletzt steht er als „Percussionhammer“ mal in Trier oder in Konstanz, mal in Frankfurt oder Schwäbisch Hall auf Club-Bühnen, beispielsweise zusammen mit DJs und Tänzerinnen, beispielsweise bei der Reihe „SWR3 goes Clubbing“, beispielsweise solo als Clubperformer, wo er unter anderem in durchaus verwegenem Outfit mit seiner Percussion an die Kultur der afrikanischen Ethnien der Yoruba und Bantu erinnert.

 

Info: Die CD ist erhältlich über die E-Mail-Adresse percussionhammer@t-online.de oder über www.facebook.de/hammertwintett. Die ältere „Backblech I“ kostet 15 Euro, „Backblech II“ ist für 18 Euro (inklusive Versand) zu haben.

Mit dem Programm „Backblech“ ist das Hammertwintett am 29. November in der „Feldscheune“ in Tiefenthal (Landkreis DÜW), am 06. Dezember im „Badehaisel“ in Wachenheim, am 11. Dezember im „959“ in Heidelberg und am 22. Dezember im „Walhalla im Exil“ in Wiesbaden zu hören.

Zwei Einbrüche in Firmengebäude
Hauenstein (ots) - In der Nacht von Montag auf Dienstag, zwischen 18:00 Uhr 07:00 Uhr, brachen unbekannte Täter in zwei benachbarte Firmen in der Industriestraße ein. Es wurde jeweils ein Fenster eingeschlagen. Die Täter suchten offensichtlich gezielt nach Bargeld. Schränke wurden nicht durchwühlt. In einem Fall entnahmen die Täter das Bargeld aus einer Geldkassette, die in einem Schreibtisch aufbewahrt wurde. Hier wurde der Gesamtschaden auf 500 Euro taxiert. Im anderen Fall deuteten ein geöffneter Schuhkarton und eine offenstehende Schranktür auf die Suche der Täter hin. Entwendet wurde hier nichts. Der Sachschaden liegt bei circa 250 Euro. Zeugen, die im Zusammenhang mit den Einbrüchen Beobachtungen gemacht haben oder sonst sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit der Polizeiinspektion Pirmasens unter der Telefonnummer 06331-520-0 oder per E-Mail pipirmasens@polizei.rlp.de in Verbindung zu setzen. (Polizeidirektion Pirmasens)

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