Peter Hoffmann konstatiert in der K-Frage eine „Lähmung“

5. August 2020
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Foto: “Wo bleiben die Parteien?”, fragt Peter Hofmann im Vorfeld der anstehenden Bürgermeisterwahl in der VG Hauenstein. Schon in der Sitzung des VG-Rates am 09. Juni (unser Foto, im Hintergrund der scheidende Bürgermeister Werner Kölsch) hatte er die Parteien aufgefordert, in der Kandidatenfrage endlich “aufzuwachen”. (ran)

HAUENSTEIN. In zwei Monaten ist die Wahl des Bürgermeisters der VG Hauenstein –zumindest deren erster Wahlgang- über die Bühne gegangen. Drei Kandidaten haben bisher ihren Hut in den Ring geworfen: Tobias Walter, Thomas Weisgerber und Patrick Weißler kandidieren als „Unabhängige“. Merkwürdig ruhig verhalten sich dagegen bislang die etablierten Parteien in der K-Frage: Kommt da noch was?

„Wo, bitteschön bleiben die Parteien?“ fragt denn auch Peter Hoffmann im Gespräch mit der Rheinpfalz. Er sitzt für die FDP im Verbandsgemeinderat, ohne der FDP anzugehören, und nennt das bisherige Agieren der Parteien ein „Trauerspiel“: Er vermisse „die kämpferische Einstellung und das unbedingte Engagement, den bestmöglichen Kandidaten für diese Verbandsgemeinde zu präsentieren“, sagt er, gehe es doch um nichts anderes als die „Zukunft der Verbandsgemeinde Hauenstein“, deren Erhalt deshalb „eminent wichtig“, weil Hauenstein „bei jeder möglichen Fusion der Verlierer sei“, weil es an Gewicht, an Einfluss und an Bedeutung verliere.

Peter Hoffmann erinnert an die „Gründerzeit“ der Verbandsgemeinde vor knapp 50 Jahren, die er als junger kommunalpolitischer Akteur mitgestaltete. „Wir sind damals im Land umhergereist, haben viele Gespräche geführt und haben Ausschau nach dem Kandidaten gehalten, der die schwere Geburt der VG Hauenstein am besten managen könnte“, berichtet er. In der Eifel wurde man fündig und präsentierte als Kandidaten den damals blutjungen, knapp über 30 Jahre alten Gottfried Dahm (CDU), der der VG Hauenstein auf die Beine half. Bereits in der Ratssitzung am 09. Juni hatte Peter Hoffmann in der K-Frage eine „Lähmung“ konstatiert und den Ratsmitgliedern ein „Wacht endlich auf!“ zugerufen.

Der Allgemeinmediziner i.R., der auch als Medizin-Professor an der Uni Mainz lehrte, hat seine Besorgnis über diese Entwicklung auch in einem engagierten Schreiben an den CDU-Landesvorsitzenden Christian Baldauf zum Ausdruck gebracht. In dem der Rheinpfalz vorliegenden Schreiben weist er darauf hin, dass die VG Hauenstein „immer eine bedeutende und starke Verbandsgemeinde“ gewesen und maßgeblich „von der CDU geprägt“ worden sei. Leider sei die Partei „in den letzten Jahren zerstritten“; „ohne den nötigen Einfluss“ und ohne „prägende Persönlichkeit“.

Die VG Hauenstein brauche bei der nun anstehenden Wahl eine „motivierte Persönlichkeit mit wachem Geist, der ihr den gebührenden Platz zwischen Vorder- und Hinterpfalz verschaffen“ könne. Und er bittet den CDU-Landeschef, seinen „Einfluss bei der Kandidatensuche einzubringen“, damit für die am 13. September stattfindende Wahl ein „starker Kandidat“ mit CDU-Nähe gewonnen werden könne. Er selbst, so schreibt er in dem Brief, sei „parteilos, aber immer am Geschehen interessiert“. Sein Wort habe im Dorf „Gewicht“. Er werde einen entsprechenden Kandidaten unterstützen, schließt Peter Hofmann seinen handgeschriebenen Brief.

Die „Wunschliste“, die MdL Christof Reichert bei seiner Wahl zum Landtagskandidaten für die Wahl 2021formulierte (Rheinpfalz am 18. Juli), sähe Peter Hofmann gerne um einen weiteren Wunsch ergänzt: „Ich hoffe, dass meine Heimatgemeinde als Verbandsgemeinde erhalten bleibt und nicht zwangsfusioniert wird.“

Dieser Hinweis, sein Appell in der Ratssitzung Anfang Juni und sein Brief an den CDU-Landesvorsitzenden sollen, so Hofmann, aufrütteln, sollen die Wichtigkeit der Entscheidung deutlich machen. Denn: Sehr viel hat sich bei den Parteien respektive Wählergruppen im Vorfeld der Wahl nicht getan. Und: Deadline für eine Bewerbung ist am kommenden Montag, 27. Juli, 18 Uhr.

Bei der CDU, die ihren Kandidaten bei einer Mitgliederversammlung des Gemeindeverbandes am kommenden Freitag, 23. Juli parteiintern wählen wird. ist noch keine Entscheidung gefallen: „Wir führen Gespräch in alle Richtungen, sprechen mit möglichen Kandidaten von außen und von innen“, teilte Michael Zimmermann, der den Gemeindeverband der Christdemokraten kommissarisch leitet, auf Anfrage mit. Die CDU werde auf alle Fälle einen Kandidaten präsentieren, einen Kandidaten, der möglichst über „große Verwaltungserfahrung verfügt“.

Die Freie Wählergruppe VG, die ihren Rückhalt vor allem im Luger Tal hat, hat zwar erklärt, dass sie den Kandidaten Patrick Weißler, den ersten Ortsbeigeordneten aus Schwanheim, unterstützen werde. Ob freilich der 37-jährige Schwanheimer jener „gemeinsame Kandidat“ ist, den die Koalition aus FWG, SPD und Grünen angekündigt hatte und den man gemeinsam unterstützen wollte (wir berichteten am 18. Mai), das ist offenbar keineswegs in trockenen Tüchern.

Auf die Rheinpfalz-Anfrage vom 07. Juli, ob Patrik Weißler dieser angekündigte Kandidat sei, teilte Andreas Wilde (SPD) am 14. Juli mit: „In wieweit der SPD Gemeindeverband Hauenstein jemanden unterstützt, wird demnächst und zeitnah entschieden.“ Die Mail an Manfred Seibe (Grüne) blieb unbeantwortet. Unbeantwortet blieb ebenso die Frage, ob SPD und Grüne eventuell auch über die Aufstellung eines eigenen Kandidaten nachdächten. Auch von Bernhard Rödig (FDP) gab’s hierzu keine Antwort.

Wilde trat lediglich dem „Gerücht“ entgegen, dass er selbst für das Bürgermeisteramt kandidieren werde. „Bezüglich den Gerüchten, dass ich als Kandidat den Hut in den Ring werfen werde, kann ich ein klares NEIN melden.“ Als Beigeordneter in Hauenstein habe er einen Geschäftsbereich der „sehr viel Spaß macht und in dem ich was bewegen kann“. Zudem funktioniere die Zusammenarbeit mit Bürgermeister Zimmermann und den beiden Beigeordneten Pohl und Kölsch sehr gut. (ran)

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Schwerverletzter Motorradfahrer nach Verkehrsunfall auf B48
B48, Rinnthal-Johanniskreuz (ots) - Am Sonntagmorgen kam es zu einem folgenschweren Verkehrsunfall auf der B48 zwischen Rinnthal und Johanniskreuz. Ein 30-jähriger Motoradfahrer befuhr als letzter einer Dreier-Gruppe die B48 von Rinnthal kommend in Fahrtrichtung Johanniskreuz. Aus bislang ungeklärten Gründen kam der Motorradfahrer in einer langgezogenen Linkskurve nach rechts von der Fahrbahn ab und kollidierte anschließend mit einem Felsvorsprung. Der Fahrer wurde hierbei schwer verletzt und musste mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Die B48 war zur Unfallaufnahme eine Stunde in beide Fahrtrichtungen gesperrt. An dem Motorrad entstand wirtschaftlicher Totalschaden in Höhe von 12000 Euro. (Polizeidirektion Landau)