Seit 40 Jahren gibt es den Hungermarsch im Wasgau

26. September 2019
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Foto: Seit 1979 gibt es den Hungermarsch zugunsten chilenischer Straßenkinder. Das Foto entstand 2003 beim Abmarsch in der Ortsmitte (ran)

HAUENSTEIN. „Hauenstein ist ein Wunder“, sagte beim Hungermarsch zugunsten chilenischer Kinderheime der Leiter der „Fundacion Hogares de Menores“, der aus Togo stammende Pater Raphael. Seit 40 Jahren gibt es den Hungermarsch im Wasgau, auch 2019 kamen hunderte Mitwanderer zur Waldkapelle zwischen Hauenstein und Erfweiler und erwanderten das stolze Ergebnis von rund 20.000 Euro.

„Es erfüllt uns jedes Jahr mit großem Dank, zu wissen, wie Sie unsere Kinder lieben, ohne sie zu kennen“, sagte Pater Raphael bei dem Gottesdienst, den er zusammen mit dem gerade in Ruhestand gegangenen Ortspfarrer Gerhard Kästel und dem indischen Pfarrer Andrew Godugunuru leitete und den die Schola musikalisch begleitete.

Es war schon ein besonderes Jubiläum: Seit vier Jahrzehnten werden unter der Regie des Hauensteiner „Freundeskreises“ und unter dem Leitgedanken „Wandern für die andern – Kindern eine Zukunft geben“ Spendengelder für Kinder in den Heimen der Stiftung „Hogares de Menores Verbo Divino“ in Chile gesammelt.

Rechnet man die Erlöse der vier Jahrzehnte zusammen, dann sind aus Hungermarsch und anderen Aktionen deutlich mehr als zwei Millionen Euro für Kinder und Jugendliche nach Südamerika geflossen, um Kindern und Jugendlichen, die im Dunstkreis von Alkohol und Drogen, von Prostitution und Kriminalität leben mussten, eine Perspektive auf ein menschenwürdiges Leben bieten zu können.

Sieben Heime und zwei Tagesstätten –von Puerto Varas im Süden Chiles bis zur Hauptstadt Santiago im Norden- unterhält die Stiftung, die unter dem Dach der Steyler Missionare zuhause ist und von Pater Raphael geleitet wird. Rund 280 Kinder und Jugendliche im Alter von sechs Tagen bis zu 18 Jahren erhalten dort das Rüstzeug, ihr künftiges Leben selbstständig und menschenwürdig zu gestalten. Viele sehr positiv verlaufene Lebensläufe machen deutlich, dass die Spenden aus dem Wasgau und einem großen Netz aus ganz Deutschland an der richtigen Stelle ankommen und Früchte tragen.

Im Rückblick auf die vier Jahrzehnte sind Lioba Uhl und Karl Meyerer als Sprecher des „Freundeskreises“ der Kinderheimstiftung sehr froh über die Früchte, die das große private Hilfswerk „mit Beharrlichkeit, mit langem Atem und Konsequenz“ wachsen ließ. Vor vierzig Jahren hatten sich im Nebenzimmer des „Ochsen“ ehemalige Pfadfinder und Mitglieder der katholischen „Frauenjugend“ getroffen mit dem Ziel, für benachteiligte Menschen in der dritten Welt aktiv tätig zu werden.

Foto: Urban Seibel war Kopf, Herz und Hand des Hungermarschs, dem es seit 40 Jahren gibt. (ran)

Schon damals und bis zu seinem Tod 2013 war Urban Seibel treibende Kraft der Gruppe, die sich später „Freundeskreis der chilenischen Kinderheimstiftung“ nennen sollte. „Urban Seibel war Kopf, Herz und Hand des Freundeskreises“, sagte Karl Meyerer. Er habe –wie viele andere im Freundeskreis- stets die Ideale des Pfadfindertums gelebt. Seibel war seines Engagements wegen mit der Ehrennadel des Landes und der Pirminiusplakette der Diözese Speyer ausgezeichnet worden.

Neben all der Arbeit im Stillen und neben Verkaufsständen an den örtlichen Festen ist vor allem der Hungermarsch jene Aktion, mit der der Freundeskreis, zu dem auch viele Aktive aus Dahn und dem Dahner Tal zählen, an die Öffentlichkeit tritt. Am 08. September gab es die 40. Auflage: „Der Hungermarsch ist noch nie ausgefallen, wir sind bei Wind und prasselndem Regen ebenso gewandert wie bei schönstem Spätsommerwetter“, berichtet Lioba Uhl. „Einen Plan B hat es nie gegeben. Wir haben uns darauf verlassen, dass alles klappt. Und es hat immer alles geklappt“, ist Karl Meyerer auch über die Vielzahl unersetzlicher Helfer froh und dankbar.

Und man kann auf treue Unterstützer setzen: Im Flyer zum Hungermarsch kommen mit Helga Grunwald (75) aus Dahn und Theo Kirsch (89) aus Hauenstein zwei „Urgesteine des Hungermarschs“ zu Wort: Sie seien in der katholischen Jugend aktiv gewesen. „Und für uns galten und gelten auch heute noch die Werte soziale Verantwortung, Gerechtigkeit, Nächstenliebe. Und so war es für uns selbstverständlich uns zu engagieren“, beschreiben sie ihre Motivation, von allem Anfang an und bis heute mitzumachen.

Und Karl Meyerer und Lioba Uhl sagen: „Wir machen weiter, solange wir können. Wir haben Verantwortung für andere übernommen, und die wollen wir tragen“, sagt Meyerer. Schließlich gebe es auch immer wieder positive Überraschungen, die „Mut zum Weitermachen“ machen: Der Lebenslauf des TVH sei ein solcher Mutmacher, der Dauerläufer Markus Koerdt aus Menden im Sauerland, der regelmäßig Spenden über mehrere tausend Euro bei Ultra-Läufen sammelt, ein anderer. Und dass im vergangenen Jahr über 50 Firmlinge beim Hungermarsch dabei waren, sei ein „besonderer Lichtblick: Das ist unsere Zukunft.“

Spendenkonten: Sparkasse Südwestpfalz  Iban DE26 5425 0010 0030 0058 47; Volksbank Südliche Weinstraße-Wasgau Iban DE13 5489 1300 0071 0667 03  (ran)

Nach Unfall abgehauen
Dahn (ots) - Ein bislang unbekannter Fahrzeugführer beschädigte am Montag zwischen 09.30 - und 11.00 Uhr vermutlich beim Ein- oder Ausparken einen auf dem Parkplatz des Seniorenwohnheimes in der Hauensteiner Straße abgestellten Pkw BMW der 1er-Reihe, Farbe blau, und entfernte sich anschließend vom Unfallort, ohne sich um den entstandenen Schaden zu kümmern. Am BMW entstand Sachschaden in Höhe von ca. 1.500 Euro. Zeugen des Vorfalls werden gebeten, sich unter Tel.-Nr. 06391-9160 mit der Polizeiinspektion Dahn in Verbindung zu setzen. (Polizeidirektion Pirmasens(

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Trunkenheit im Verkehr
Dahn - In der Nacht zu Samstag, den 12.10.2019 gegen 02:20 Uhr kontrollierten Polizeibeamte der Polizeiinspektion Dahn in der Hauensteiner Straße in Dahn einen 56-jährigen Fahrzeugführer mit seinem PKW. Bei der allgemeinen Verkehrskontrolle konnte Alkoholgeruch in der Atemluft festgestellt werden. Ein durchgeführter Atemalkoholtest ergab einen Wert über 1,10 Promille. Für das eingeleitete Strafverfahren wurde dem Fahrer eine Blutprobe entnommen und sein Führerschein sichergestellt. Dem Fahrer droht nun eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe. In der Regel wird der Fahrer als ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen angesehen und die Fahrerlaubnis entzogen. (Polizeidirektion Pirmasens)
Mehrere verbotene Messer bei Personenkontrolle aufgefunden
Hauenstein (ots) - In der Nacht von Samstag, den 05.10.2019 auf Sonntag, den 06.10.2019 kontrollierten Polizeibeamte der Polizeiinspektion Dahn einen Radfahrer im Bereich der Schuhmeile in Hauenstein. Hierbei konnte bei dem 47-jährigen Mann aus der Verbandsgemeinde Hauenstein drei verbotene Einhandmesser aufgefunden und sichergestellt werden. Gegen den Mann wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. (Polizeidirektion Pirmasens)