Seit 40 Jahren steht Lore Memmer hinter dem Tresen des SCH Vereinsheim

23. Mai 2019
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HAUENSTEIN. Oft ist es so: Bei der Bewirtung von Vereinsheimen ist der Wechsel das einzig Beständige. Beim SC Hauenstein, der heuer seinen hundertsten Geburtstag feiern konnte, ist das anders: Seit 40 Jahren steht dort Lore Memmer hinter dem Tresen, führt das Kommando in der Küche und ist in all den Jahren Generationen von Gästen ans Herz gewachsen.

Sie hat einiges erlebt in diesen 40 Jahren, die auch 40 Jahre SCH-Geschichte repräsentieren: Als sie das Sportheim übernahm, war der Verein sportlich auf dem Tiefpunkt angekommen, hatte gerade den Abstieg in die B-Klasse quittieren müssen. Es folgte der unvergleichliche Durchmarsch der 1. Mannschaft von der B-Klasse in die Ober- und später in die Regionalliga. Solche Erfolge wurden bei „de Lore“ ebenso gefeiert, wie man auch bittere Niederlagen –wie jetzt der Abstieg aus der Verbandsliga- gemeinsam bewältigte.

Und manchmal feierten auch gegnerische Fans bei „de Lore“, manchmal freilich allzu heftig: Zu Regionalliga-Zeiten sorgten die Fans aus Oberhausen, Bielefeld oder Essen schon mal dafür, dass „Lampen, Tische und Stühle erneuert werden mussten“, wie sich Lore erinnert. Daran denkt sie weniger gerne zurück, viel lieber aber an jene Episode, als die Alten Herren am Fasnachtsdienstag nach dem Umzug im Nebenzimmer zur großen Gaudi aller einen Hammel grillten.

Es gibt viele Episoden, die Lore zu erzählen hat: Da war die Wutz, die vor dem Schlachtermesser Reißaus nahm und mit ihrer Flucht quer über die rote Erde fast ein Schlachfest verhindert hätte. Oder jene Wette, die dazu führte, dass ein Gast sein Pferd von der Koppel holte und in die Gaststube führte. Oder der Wingerttraktor, der von der „Strooßefaasnaacht“ direkt in Lores Wirtsstube gelenkt wurde, oder der Gast, der vom Stuhl fiel, sich schmerzverzerrt von herbeigerufenen Sanitätern versorgen ließ, aber völlig geheilt und fluchtartig das Lokal verließ, als die Polizei auftauchte.

Stammgäste hat sie viele, der runde Stammtisch füllt sich immer wieder: Ein lustiges Völkchen sitzt da beieinander, der älteste ist weit jenseits der 80, es wird viel gelacht, viel erzählt, zuweilen politisiert, manchmal geflunkert und mittendrin sitzt … Lore. „Wenn sie nicht da wäre, würde uns was fehlen“, sagt einer der Gäste und ein anderer lacht: „Manchmol hat se awwer äch ehr Nauwe, awwer `s esch die Beschd“. „De beschd Stammdisch in ganz Hääschde“, lobt man sich.

Usus ist, dass sie ihren Stammgästen ab und an Suppe mit Wienerle und Weißbrot „fer umme“ auftischt. Nichts verdient sie auch, wenn an lauen Sommerabenden vor dem Sportheim der Grill angefeuert wird und jeder das drauflegen kann, was er von zuhause mitbringt. „Da geht’s immer ganz gesellig zu“, erzählt die Wirtin und der Zuspruch der Grillfreunde bestätigt die Einschätzung der Wirtin: „Viele lieben diese ungezwungene und lockere Form der Geselligkeit.“

Gesellig geht’s auch freitags bei den Fußballsenioren zu, deren dritte Halbzeit bei Lore immer deutlich länger dauert als die Halbzeiten davor. Und dann sitzen auch die Älteren am langen Tisch, die nur noch die dritte Halbzeit spielen. Und Geselligkeit besonderer Art pflegten früher auch –und daran erinnert sich die Clubwirtin mit Wehmut- die Aktiven des SCH: „Stefan Singer, Mohrle Schneider, Alexander Seibel und Co. blieben nach dem Donnerstagstraining gerne etwas länger“, erinnert sich Lore. Da habe mehr als einmal die Mutter eines Spielers am frühen Morgen angerufen und gefragt, ob denn der kickende Sohn zum Frühstück noch nach Hause komme oder gleich vom Sportheim zur Arbeit gehe, erzählt Lore: „Mehr als einmal habe ich in solchen Fußballernächten ein ganzes Paar Socken gestrickt.“

Tausende von Gästen hat sie vorzüglich bewirtet: Gerne erinnert sie sich beispielsweise an das rot-blau-weiße Buffet, das sie im Anschluss an ein Freundschaftsspiel des SCH gegen die Profis des 1. FC Kaiserslautern 1994 vorbereitet hatte. Olaf Marschall, Pavel Kuka  und Co. ließen sich’s damals im Nebenzimmer des Sportheims schmecken. Apropos „schmecken“: Lores „gut bürgerliche Küche“ genießt einen ausgezeichneten Ruf, das rund große Nebenzimmer, das zuletzt aufwendig aufgerüstet wurde, wird gerne für Feierlichkeiten und Feste jeder Art gebucht.

„Ans Aufhören denke ich noch lange nicht. Obwohl ich von 11.00 bis 24.00 Uhr auf den Beinen bin, fehlen mir montags (Montag ist Ruhetag) die Gäste“ sagt die 69-Jährige und fügt überzeugt hinzu: „Ein paar Jährchen kann ich noch weitermachen. Solange es Spaß macht…“

 

B10 – Lkw in die Leitplanken gefahren
Hauenstein (ots) - Am Donnerstagnachmittag gegen 15.45 Uhr befuhr ein Sattelzug mit Auflieger die B 10 zwischen Hauenstein und Hinterweidenthal in Richtung Pirmasens. Kurz vor der sog. "Felsnase" verlor der Fahrzeugführer des Sattelzuges aufgrund eines heftigen Niesanfalles die Kontrolle über sein Fahrzeug und kam nach links von der Fahrbahn ab. Hierbei beschädigte er ca. 100 m Schutzleitplanke und riss sich den Tank auf, bevor er entgegen der Fahrtrichtung stehen blieb. Der Fahrzeugführer blieb unverletzt. Glücklicherweise kamen durch das Unfallgeschehen auf der vielbefahrenen Bundesstraße keine Personen oder weitere Fahrzeuge zu Schaden. Durch den ausgelaufenen Treibstoff wurden jedoch Fahrbahn und Straßenbankette verunreinigt. Ob Erdreich ausgetauscht oder abgetragen werden muss, ist bislang unklar. Die untere Wasserbehörde ist verständigt worden. Der Sattelzug musste abgeschleppt werden. Nach ersten Schätzungen dürfte der Gesamtsachschaden rund 40.000 Euro betragen. Zur Unfallaufnahme und Bergung des Lkw musste die B 10 voll gesperrt werden. Die Sperrung dauert noch bis voraussichtlich 21.00 Uhr an. Der Verkehr wird ab Hinterweidenthal bzw. Annweiler abgeleitet. Die Feuerwehren Hauenstein und Wilgartswiesen sowie der Gefahrstoffzug des Landkreises Südwestpfalz waren mit 30 Kräften und 8 Fahrzeugen imEinsatz. (Polizeidirektion Landau)

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Trunkenheit im Verkehr
Am Freitag, den 09.08.2019 gegen 18:15 Uhr wurde ein 52-jähriger Mann aus dem Raum Köln mit seinem Fahrzeug auf der B10 bei Hinterweidenthal einer Verkehrskontrolle unterzogen. Da aus dem Fahrzeuginneren frischer Marihuanageruch wahrgenommen werden konnte und der Fahrzeugführer sichtlich unter Drogeneinfluss stand, wurde ihm die Abgabe eines Urintests angeboten. Dieser verhärtete den Verdacht einer Trunkenheitsfahrt, so dass ein Ermittlungsverfahren gegen den Mann eingeleitet und dementsprechend eine Blutprobe entnommen wurde. Bei der Durchsuchung des Mannes wurden ca. 5 Gramm Marihuana aufgefunden. Sein Führerschein sowie das Betäubungsmittel wurden sichergestellt. (Polizeidirektion Pirmasens)