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Simon Schwarzmüller gehört zur Bundesleitung der KJG

HAUENSTEIN. Die Katholische junge Gemeinde (KjG), mit rund 80.000 Mitgliedern einer der großen kirchlichen Jugendverbände Deutschlands, wird von einem Hauensteiner geleitet. Die Bundesversammlung des Verbandes wählte den 24-jährigen Simon Schwarzmüller in die dreiköpfige Bundesleitung, zu der außer ihm auch Julia Niedermayer aus dem Diözesanverband Freiburg als Bundesleiterin und Rebekka Biesenbach (Diözesanverband Köln) als geistliche Leiterin zählen.

Simon Schwarzmüller tritt das neue Amt zum 1. September an, sein Dienstsitz wird das Jugendhaus in Düsseldorf sein. „Aber ich werde viel unterwegs sein, beispielsweise um die Kontakte in die Diözesanverbände zu unterhalten und die Außenvertretung des Verbandes zu übernehmen“, berichtet er. Bis zu seinem Amtsantritt will er sein Studium –er studiert in Kaiserslautern Mathematik und Informatik für das Lehramt- abschließen und dann für die nächsten drei Jahre als hauptamtlicher Bundesleiter aktiv sein.

Er weiß, was auf ihn zukommt: Weil die Corona-Pandemie Gruppenstunden, Aktionen und Freizeiten unmöglich machte und dadurch die verbandliche Jugendarbeit ins Stocken geriet, sei es ihm ein „Herzensanliegen“, die  Kinder- und Jugendarbeit der KjG wieder „zum Laufen zu bringen“. Zu seinen Aufgaben werde auch die Organisation des für das Jahr 2022 geplanten Bundeslagers zählen, zu dem im nächsten Jahr 2.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus allen 24 Diözesanverbänden der KjG in Horb am Neckar erwartet werden.

Für 2024 plane die KjG unter dem Leitwort „LautStark!“ einen „Politikgipfel“ für Kinder und Jugendliche: „Kinder haben konkrete Vorstellungen von der Zukunft und wollen mitbestimmen. Das ist auch gut so! ln einer Demokratie sollte jede Meinung gleich viel zählen, auch die von Kindern und Jugendlichen“, betont Simon Schwarzmüller und sieht die Aufgabe seines Verbandes auch darin, „Lobbyarbeit für Kinder“ zu betreiben. Die KjG habe sich beispielsweise sehr pointiert positioniert zu den Kinderrechten, deren Verankerung im Grundgesetzt die KjG –erfolglos- forderte, oder zur Herabsetzung des Wahlalters.

Überhaupt ist die KjG ein sehr politischer Verband, wie Simon Schwarzmüller erzählt: Friedensarbeit, Geschlechtergerechtigkeit und sexuelle Vielfalt, Mitbestimmung und Demokratie, Umweltschutz und Nachhaltigkeit seien nur einige der Themen, die sich im Kinder- und Jugendpolitischen Grundlagenpapier der KjG finden. Und dieses politische Engagement basiert auf dem Fundament des Glaubens. So versteht sich der Verband als Organisation, in der man „als Teil der Kirche Glauben und Spiritualität erlebbar machen“ will, wie es der neue Bundesleiter formuliert.

Als katholischer Jugendverband wolle man sich für eine „offene und solidarische Gesellschaft einsetzen“. In der KjG sollten junge Menschen bei gemeinsamen Aktivitäten christliche Werte leben, lernen, sich eine eigene Meinung zu bilden sowie soziale und politische Verantwortung zu übernehmen. Seinen persönlichen Weg beschreibt der neue Bundesleiter so: „In der KjG habe ich gelernt, mich einzubringen, Verantwortung zu übernehmen und meine Meinung zu äußern!“

Er wird künftig seine Meinung und die des Verbandes auf vielen Ebenen vertreten müssen: So hält die Bundesleitung unter anderem den Kontakt zur Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz, bringt sich in den Synodalen Weg ein, sucht das Gespräch mit Bischöfen ebenso  wie mit dem Bundes-Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und sie vertritt die Positionen der KjG sowohl im Bundesjugendring als auch im Bund der Deutschen katholischen Jugend (BDKJ) sowie im internationalen Dachverband FIMCAP (Federation Internationale des Mouvements Catholiques d’Action Paroissale).

Simon Schwarzmüller hat eine lange KjG-Karriere hinter sich: Acht Jahre war er alt, als er mit Freunden zum ersten Mal eine Gruppenstunde der KjG besuchte. Und er ist dem kirchlichen Jugendverband all die Jahre verbunden geblieben und zunehmend in die Verantwortung hineingewachsen, sei es, dass er als 15-jähriges Mitglied des Leitungsteams Mitverantwortung bei der Ferienaktion der örtlichen KjG, dem „Ferien:Spaß“, übernahm oder dass er sich bei diözesanen Kursen zum Gruppenleiter ausbilden ließ und für wöchentliche Gruppenstunden verantwortlich zeichnete.

2014 wurde Simon Schwarzmüller, der auch im THW aktiv ist, Pfarrleiter der Hauensteiner KjG. 2017 übernahm er die Leitung des KjG-Diözesanverbandes Speyer und war in dieser Funktion bereits auf Bundesebene in der Arbeitsgemeinschaft Mitgliedergewinnung und im Verwaltungsrat aktiv.