Slackline-Künstler aus ganz Deutschland beim „SlackGuru – Festival“

HAUENSTEIN. Für die Gäste des „Grumbeerebroore“ des Pfälzerwaldvereins Hauenstein  gab’s am Samstag spektakuläre Unterhaltung: Auf dem weitläufigen Jugendzeltplatz im Stopper, wo die „Grumbeere“ in der Glut garten, fand nämlich zeitgleich das „SlackGuru – Festival“ statt, bei dem Slackline-Künstler aus ganz Deutschland zeigten, was an „Moves“ auf dem zwischen zwei Bäumen gespannten flexiblen Band –der Slackline eben- alles möglich ist.

Ausgerichtet hatte das Festival, dessen Teilnehmerzahl Corona bedingt auf 30 beschränkt war, das Naturerlebniszentrum (NEZ) von Selina und Simon Liebel, das im Schützenhaus eine Heimat gefunden hat. Sie hatten mit Oliver „Ohli“ Schmidt aus Hamburg und Tobias „Tobie“ Rückert aus Heppenheim vom Team „SlackGuru“ professionelle Experten und Ansprechpartner gewonnen, die deutschlandweit Workshops sowohl für Anfänger als auch für Slackline-Freaks anbieten und die das Slacklining, das vor allem in Städten zunehmend Begeisterte findet, als Breitensport etablieren wollen.

Ohli und Tobie verwiesen darauf, dass beim Slacklining „jeder Muskel des Körpers im Einsatz“ ist, dass der Trendsport also „den ganzen Körper fordert, den Gleichgewichtssinn, die Körperbeherrschung und die Konzentrationsfähigkeit schult und vor allem enormen Spaß macht“. Auffallend sei, dass vor allem naturverbundene Personen, darunter viele Kletterer, zu dem Sport fänden. Und das Slacklining fände zunehmend Anhänger, weil Kurse in Kitas ebenso wie in Schulen und in Vereinen verstärkt nachgefragt würden und auch, weil sich Lehrkräfte und Übungsleiter ausbilden ließen.

Während die Einsteiger zunächst mühsam das Aufspringen auf die Line, das Gehen, Stehen, Sitzen und vielleicht auch eine 180-Grad-Wende üben müssen, wie die Slack-Gurus erklärten, gehören das Springen, das Rückwärtsgehen, das Liegen und Aufstehen, das Sliden, bei dem mit Anlauf auf die Line gesprungen und dann entlang gerutscht wird, und der Schneidersitz auf der Line zum Repertoire der Fortgeschrittenen.

Im Stopper waren freilich wahre Könner am Start. Wie Julius aus Gießen, der trotz der schwankenden Line seine Fähigkeiten in der Jonglage zeigte. Andere zauberten tolle Figuren auf das schmale Band, schlugen das Rad oder Salti über die Slackline, „surften“ auf der dabei extrem schwingenden Line, machten hohe Sprünge mit Drehungen, zeigten Grabs und Flips – und das alles auch im Tandem, also zu zweit auf der Line.

Dabei stelle die Länge der Lines unterschiedliche Herausforderungen, wie Julius erklärt: Kürzere Slacklines seien eher für Anfänger gedacht. Die längeren Slacklines –die längste im Stopper war 67 Meter lang- „entwickeln ihre eigene Dynamik, geraten schnell in Schwingungen und verlangen dann schon einiges an Können“, sagte der Hesse im Gespräch mit der Rheinpfalz.

Das Gelände auf dem Zeltplatz bot den Gästen aus ganz Deutschland viel Raum und Zeit, um sich während der drei Festival-Tage rund um ihr Sportgerät auszutauschen, miteinander zu fachsimpeln und voneinander zu lernen. Es blieb aber nicht beim „Tanz“ auf den gespannten Lines, es gab zudem Workshops und Wanderungen, veganes Essen, Lagerfeuer und Musik, wofür die Liebels vom Naturerlebniszentrum (NEZ) verantwortlich zeichneten.

Im NEZ wird übrigens immer was geboten, am kommenden Wochenende beispielsweise und unter anderem ein Workshop zu Naturkosmetik, Klangmeditation und Live-Rockmusik mit „A Forest Fight for Sunlight“. Nähere Infos unter www.naturerlebniszentrum.com.   (ran)