Sowas ärgert den Bürger

22. März 2021
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HAUENSTEIN. Am Dienstagabend hatte sich ein Hauensteiner bei der Presse gemeldet: Seit 14 Tagen läge an der L495 zwischen Hauenstein und Lug, ein totes Wildschwein – unmittelbar am Straßenrand.

„Und seither versuche ich, Zuständige zu erreichen, die dafür sorgen, dass der Tierkörper beseitigt wird“, klagte er. Und plötzlich ging es ganz schnell: Am Mittwochmorgen begann unsere telefonische Recherche, gegen Mittag war die Sau geborgen. Zufall? Oder hat die Pressenachfrage den Zuständigen Beine gemacht? Egal! Hauptsache: Die tote Sau ist weg.

Der Hauensteiner, der in der Zeitung nicht genannt werden will, berichtete über seine vergeblichen Mühen der vergangenen Tage: Er habe mit einem Jäger gesprochen, habe eine Polizeistreife auf den Tierkadaver aufmerksam gemacht, habe bei der Kreisverwaltung angerufen. „Alles ohne Erfolg, das Tier wurde nicht abgeholt und liegt immer noch da“, sagte er am Dienstagabend. Auf der Landesstraße unweit der Kuppe am Luger Stich sei auch ein gelber Pfeil aufgezeichnet, der wohl die Lage des Kadavers markiert. Mittlerweile war das Tier am Hals aufgebrochen und –wohl von einem anderen Wildtier- auch mehrfach bewegt worden, hatte der Rheinpfalz-Leser beobachtet.

Erster Ansprechpartner sei am 23. Februar ein ihm bekannter Jäger gewesen. Ihm habe er die Umstände geschildert. „Er teilte mir mit, dass die Pfeilmarkierung auf der Straße deutlich mache, dass der Fall in Arbeit sei.“ War er aber nicht. Die Sau lag auch noch eine Woche später. Er habe deshalb am 02. März einer dreiköpfigen Polizeistreife im Ort die Geschichte erklärt. „Man werde das klären“, habe er erfahren. „Geschehen ist aber erneut nichts. Deshalb habe ich mich bei der Kreisverwaltung gemeldet.“

Die Auskünfte von dort am vergangenen Freitag: Es sei ja momentan recht kalt, sodass der Verwesungsprozess nicht sehr schnell einsetze und deshalb kein akuter Handlungsbedarf bestehe. Aber: Wenn das Tier am Wochenende noch liege, solle er sich erneut melden. Das hat der verärgerte Bürger dann doch nicht getan, sondern hat sich an die Presse gewandt: „Vielleicht kommt man dann in die Spur.“

Es folgte am Mittwochvormittag unser Anruf bei der Dahner Polizei: Das übliche Procedere sei, dass bei einem Wildunfall mit einem toten Tier der Jagdpächter und/oder die Straßenmeisterei verständigt würde, damit das Tier abgeholt werden kann, stellte Polizeihauptkommissar Walter Dezember zunächst fest. Das Einsatztagebuch der Inspektion weise am fraglichen Datum und am fraglichen Ort auch einen nächtlichen Wildunfall aus. Die Beamten hätten am Morgen den „Fall“ an die Frühschicht übergeben. Was dann geschehen sei, ließ sich am Mittwoch nicht rekonstruieren. Die betreffenden Beamten seien in der Freischicht.

PHK Dezember führte auch aus, dass auch das Ordnungsamt der Verbandsgemeinde in solchen Fällen zuständig sei. Dort sei aber bisher keine Meldung über einen Kadaver an der L495 eingegangen, teilte der zuständige Mitarbeiter Thomas Walter auf Anfrage mit. Er werde sich sofort mit der für die Beseitigung zuständigen Straßenmeisterei in Dahn in Verbindung setzen, um die Angelegenheit voranzubringen. Auch dort hatten wir schon den Fall geschildert: Eine Mitarbeiterin teilte mit, dass sie zwar einen Auftrag zur Beseitigung eines Tierkörpers herausgegeben habe, der betreffe aber nicht die L495. Das werde sie sofort veranlassen. Gegen 14 Uhr meldete unser Informant Vollzug: „Das Wildschwein ist abgeholt.“

Die Vorgehensweise und die Zuständigkeiten bei der Beseitigung und Entsorgung von Wildkadavern sind übrigens in einem „Leitfaden“ des Landesuntersuchungsamtes haarklein beschrieben. Demnach gehört der Kadaver eines „Fallwildes“ dem Jagdpächter, der allerdings nicht verpflichtet sei, den Kadaver zu entfernen. Die Rückfrage bei mehreren Jägern ergab, dass gerade im Kreis Südwestpfalz die Jäger die Beseitigung von bei Unfällen getöteten Wildtieren nicht mehr übernähmen. Das habe man lange aus Kulanzgründen getan. Weil der Kreis aber auf die Jagdpacht eine Jagdsteuer erhebe, habe man diesen Service eingestellt, war aus Jagdkreisen zu hören.

Information zur Waldbestattung im RuheForst

Am Sonntag, So 31. Oktober 2021 findet im RuheForst® Südpfälzer Bergland Wilgartswiesen eine kostenlose, etwa einstündige Führung statt, bei der sich Interessierte über die Möglichkeiten der Waldbestattung im RuheForst informieren können.

Treffpunkt: 10.00 Uhr am Parkplatz „RuheForst“.
Anfahrt: B 10, Abfahrt Wilgartswiesen/ Hermersbergerhof, ca. 3 km auf der K 56 Richtung Hermersbergerhof bis zum Hinweisschild „RuheForst“ links.

Weitere Termine in 2021, jeweils um 10.00 Uhr:


So 7. November/
So 5. Dezember 2021.

Kontakt: Tel. 06392 4090177 oder E-Mail info@ruheforst-suedpfaelzerbergland.de.

Fahren unter Betäubungsmitteleinfluss
Hinterweidenthal (ots) - Am Dienstag, 12.10.2021, gegen 23.00 Uhr kontrollierten Beamte der Polizeiinspektion Dahn einen 28-jährigen Autofahrer, der die B10 aus Richtung Landau kommend in Fahrtrichtung Pirmasens befuhr. Bei der Kontrolle konnten drogentypische Auffallerscheinungen festgestellt wer-den, weshalb die Weiterfahrt untersagt und eine Blutprobe entnommen wurde. Ein Ermittlungsverfahren wurde eingeleitet./pidn (Polizeidirektion Pirmasens)