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Stolze 16.000 Euro zugunsten der Flutkatastrophe

HAUENSTEIN. Stolze 16.000 Euro hat bislang die Spendenaktion „Hääschde rundet auf“ zugunsten der von der Flutkatastrophe schlimm getroffenen Ortschaft Kreuzberg erlöst. Die beiden Initiatorinnen Gabi Schneider und Heidi Stöbener übergaben unlängst 13.000 Euro an die Ortsvorsteherin Anke Hupperich und 3.000 Euro an Ruth Neißner, die mit ihrem Imbiss die von der Flut Betroffenen und Helfer mit Essen und Trinken versorgte.

„Es ist nach wie vor gespenstisch, diesen einst blühenden Touristenort Kreuzzberg nach der Flut zu sehen“, berichten die beiden Schwestern über ihren kurzen Aufenthalt in dem Ortsteil von Altenahr. Auch wenn schon „unheimlich viel geschafft worden“ sei, sei die Lage nach wie vor katastrophal. Hausruinen beherrschen das Dorf, die Infrastruktur fehle noch weitgehend: Erst seit vergangener Woche gebe es -„aber nur teilweise“- Strom und Wasser, Abwasser fließe nach wie vor in die Ahr. Der frühere Sportplatz wurde zum Müllplatz umfunktioniert: Dort türmen sich sauber sortiert nach Abfallart die Müllberge.

Trotz der katastrophalen Lage seien die Männer und Frauen, mit denen die Hauensteiner gesprochen haben, aber „guter Dinge, die Situation zu meistern“ und „optimistisch, dass es weitergeht“. Die Ortsvorsteherin, die zu den Unterzeichnern des Offenen Briefes an Bundeskanzlerin Angela Merkel und Ministerpräsidentin Malu Dreyer zählte, ist sich aber sicher: „Es wird sehr lange dauern, bis ein halbwegs normales Leben wieder möglich sein wird.“ Und sie bedankt sich für die Hilfe aus Hauenstein und anderswo: „Wir sind überwältigt von der immensen Hilfsbereitschaft der Menschen aus ganz Deutschland und darüber hinaus.“ Anke Hupperich hat zugesagt, über die Verwendung der Spenden zu informieren.

Die Hauensteiner übergaben auch 3.000 Euro an Ruth Neißner, die in Kreuzberg einen Imbiss betreibt. Sie hat nach der Katastrophe Bewohner und Helfer in dem Ort mit kostenfreier Verpflegung versorgt. Diese wertvolle Hilfe sei, so berichten Gaby und Heidi, nur über den immensen Einsatz der Inhaberin und über Spenden möglich geworden. Roth Meißners Imbiss gelte jetzt auch in Kirchberg als Anlaufstelle, wenn irgendwo spontane Unterstützung notwendig wird.

Mit der Übergabe der Spende ist die Aktion „Hääschde rundet auf“ nicht beendet. Die Spendenkassen in den über 50 Hauensteiner Geschäften sind zwar geleert, das eigens eingerichtete Spendenkonto bleibt bis Ende September aber offen. Rund die Hälfte der Spendensumme fand sich in den Spendenkassen in Geschäften, die andere Hälfte sammelte sich auf dem Spendenkonto. „Wir sind allen Vereinen, Geschäften, Restaurants, Trinkgeldspendern, Sponsoren, Musikern, Aufrundern, Geldspendern von Herzen dankbar. Sie haben die Aktion wunderbar unterstützt,“ sagt Gabi Schneider.

Heidi Stöbener ist übrigen weiterhin unermüdlich zugange, um Hilfe für das Ahrtal zu organisieren. Sie ist Teil einer What’sApp-Gruppe, die überregional arbeitet, sehr gut vernetzt ist und deshalb auf Hilferufe sehr schnell reagieren kann. So gelang es in der vergangenen Woche, auf dieser Schiene einen Sattelzug voller Brennholz zu organisieren und den Betroffenen auszuliefern. Ende der Woche wird Heidi wieder ins Ahrtal aufbrechen. Im Gepäck: vier Schreibtische, die angefordert worden waren und weitere benötigte Sachspenden.

Überhaupt wollen die Hauensteiner den Kontakt nach Kreuzberg aufrechterhalten. Er war geknüpft worden über einen Bundespolizisten aus der Gemeinde, der in Bad Bergzabern Dienst geleistet und freundschaftliche Beziehungen nach Hauenstein unterhielt. „Wir wollen auch unsere neuen Freunde aus Kirchberg zu uns in den Wasgau einladen, um ihnen ein paar unbeschwerte Stunden –vielleicht „uff de Hitt“- zu ermöglichen.

 

Info: Spendenkonto Gaby Schneider, IBAN DE06548913000071406911, BIC: GENODE61BZA, Verwendungszweck: #hääschderundetauf (ran)