Welche Zukunft die Friedenskirche als Gottesdienstort haben

HAUENSTEIN. In den nächsten Wochen und Monaten soll eine Entscheidung über die Zukunft der Friedenskirche im Ortsteil „Hinter dem Felsen“ fallen. In der vorvergangenen Woche haben sich die zuständigen Gremien der katholischen Kirchenstiftung mit dem Gotteshaus, an dem schwere bauliche Mängel aufgetreten sind, befasst. Man habe aber, wie Pfarrer Gerhard Kästel auf Anfrage mitteilte, noch keinen Beschluss gefasst. Vielmehr sollen auch die Pfarrangehörigen bei einer Pfarrversammlung um ihre Meinung gefragt werden.

Diese Pfarrversammlung wird am Sonntag, 10.März 2019 stattfinden. Um 9.30 Uhr findet in der Bartholomäus-Kirche der Sonntagsgottesdienst statt. Im Anschluss daran wird die Gemeinde darüber informiert, „welche Zukunft die Friedenskirche als Gottesdienstort haben wird“, wie es in einer Pressemitteilung der Pfarrei heißt.

Die Pfarrversammlung wird moderiert von Jutta Schwarzmüller und Klaus Scheunig vom Bischöflichen Ordinariat Speyer. Auch Architektin Alexandra Ruffing, die stellvertretende Leiterin des Bischöflichen Bauamts, wird anwesend sein. Pfarrer Kästel erhofft sich von der Pfarrversammlung ein „Stimmungsbild“ darüber, wie die Pfarrangehörigen die Situation bewerten.

Wie berichtet, tun sich an dem 1972 eingeweihten Sakralbau schwerwiegende Schäden auf: Zum einen ist das Blechdach an mehreren Stellen undicht, sodass es in den Kirchenraum hineinregnet. Zum anderen platzt an vielen Stellen der komplett in Sichtbetonbauweise errichteten Kirche der Beton ab, sodass der Armierungsstahl sichtbar wird und auch mit der Folge rostet, dass weitere Betonteile abplatzen. Der Zugang zu dem Gotteshaus ist aus Sicherheitsgründen seit 2016 mit Bauzäunen abgesperrt. Derzeit finden dort keine Gottesdienste statt.

Bisher war eine Sanierungssumme von 500.000 Euro im Gespräch. Angesichts dieser Summe scheint es durchaus denkbar, dass die Kirche als Gotteshaus aufgegeben wird. Auch über einen Verkauf wurde im Ort spekuliert. Aber auch ein Abriss des Gebäudes ist eine mögliche Option und wird von Pfarrer Kästel –„wenn nicht Entscheidendes geschieht“- nicht ausgeschlossen.  Denkverbote über die Zukunft der Kirche, die zu einer Zeit gebaut wurde, als sich die Einwohnerzahl der Schuhgemeinde stetig Richtung 5.000 (heute rund 4.000) Einwohner bewegte und der Gottesdienstbesuch für einen Großteil der Menschen einfach Selbstverständlichkeit war, scheint es jedenfalls nicht zu geben.

Den Bauplatz für das Gotteshaus hatte vor 50 Jahren die politische Gemeinde der Pfarrgemeinde geschenkt.  Sollte man sich tatsächlich für den Abriss der Kirche entscheiden, müsste darüber befunden werden, was dann mit dem Gelände zwischen Waldenburger und Biedenbergstraße geschieht. „Erste, sehr offene Gespräche mit der Gemeinde sind bereits geführt“, teilte Pfarrer Kästel mit, ohne auf Inhalte einzugehen.

Nicht zuletzt sind auch Fragen wie die nach der weiteren Verwendung beispielsweise der sakralen Gegenstände, der Orgel oder der monumentalen Skulpturen im Chorraum, die der einheimische (Schnitzer-) Franz Seibel geschaffen hat, zu klären. (ran)