Werden die Mitfahrerbänke der Verbandsgemeinde Hauenstein ein Flop?

HAUENSTEIN. Entwickelt sich das Projekt der Mitfahrerbänke, die im Spätjahr in der Verbandsgemeinde Hauenstein aufgestellt worden waren, zu einem Flop oder kriegt der eigentlich vielversprechende Ansatz, die innerörtlichen Mobilität und die Anbindung der Ortsgemeinden an die Sitzgemeinde zu verbessern, doch noch die Kurve?

Seit April 2017 war die Idee, im Dorf die sogenannten „Mitfahrerbänke“ aufzustellen, in der Ortsgemeinde Hauenstein virulent. Der  Gedanke war auch im Verbandsgemeinderat aufgegriffen und in der Folge zu einem verbandsgemeindeweiten Modell ausgeweitet worden. Anfang November 2018 wurden dann 19 solcher Mitfahrerbänke samt Schilderhaltern in den Orten der Verbandsgemeinde aufgestellt worden.  Klappbare Hinweisschilder können auf das gewünschte Ziel hinweisen. Dass die „Zielbeschilderung“ mangelhaft ist, darauf war schon in Ratssitzungen Ende des vergangenen Jahres hingewiesen worden. Getan hat sich hier bisher nichts.

Die Idee, die dem Konzept zugrunde liegt, ist eigentlich einfach: Es geht darum, sich mitnehmen zu lassen oder –als Autofahrer- auch spontan eine Mitfahrgelegenheit anzubieten. Durch die Mitfahrerbänke –so der Ansatz- muss niemand am Straßenrand stehen und den Tramper-Daumen zeigen. Wer sich auf der Bank niederlässt, macht damit deutlich, dass er eine Mitfahrgelegenheit innerhalb des Ortes oder in einen Nachbarort wünscht.

Freilich: Wer im Dorf unterwegs ist, sieht kaum Passanten, die das mit Geldern aus dem „Entwicklungsprogramm Umweltmaßnahmen, Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft, Ernährung (EULLE) durch die EU und das Land Rheinland-Pfalz mit 15.375 Euro geförderte und insgesamt 20.000 Euro teure Projekt nutzen wollen. Eine ältere Dame berichtet aber auch, dass sie mehrmals versucht habe, über die Mitfahrerbank eine Mitfahrgelegenheit ins Dorf zu finden. „Es hat aber niemand angehalten“, ist sie enttäuscht.

Nun muss man das Bank-Projekt, über das aus der Eifel mit Begeisterung, aus dem „Gäu“ in der Vorderpfalz eher durchwachsen berichtet wurde, keinesfalls als gescheitert betrachten. Vielleicht lassen steigende Temperaturen auch das Interesse, sich auf einer der roten Mitfahrerbänke niederzulassen, steigen. Notwendig wäre aber auch eine intensivere Pflege: Die Aufschrift „Mitfahrerbank“ beispielsweise hat der Wind und der Regen auf vielen Bänken beseitigt. In der Weißenburgerstraße in Hauenstein beispielsweise wucherte lange –bis vor wenigen Tagen – Gras über die Bank.  Die Zielbeschilderung müsste ergänzt werden. Und: Vielleicht wäre eine werbende Aktion für die Bänke, die im Spätjahr angekündigt war, aber ausblieb, ja auch keine schlechte Idee.  (ran)