Wie ist man durch den Wechsel- und Fernunterricht gekommen

16. Juli 2021
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HAUENSTEIN. Weitgehend zum Normalbetrieb zurückgekehrt sind die Schulen im Land, auch wenn es nach wie vor Einschränkungen gibt und nach wie vor zweimal pro Woche getestet wird. Wie ist man durch die Zeit der Schulschließung, wie durch den Wechsel- und Fernunterricht gekommen, welche Perspektiven tun sich auf? Ein Rückblick, ein Blick auf den Status quo und ein Ausblick – am Beispiel der Realschule plus in Hauenstein.

„Corona hat uns viel Arbeit beschert, die es ohne die Pandemie nicht gegeben hätte. Und es war keine Arbeit, die froh macht“, blickt Schulleiterin Arlett Hübsch beispielsweise auf Stundenpläne zurück, die mit viel Aufwand gemacht, aber wegen wechselnder Regelungen nie in Kraft treten konnten. „Statt mit Kindern tolle Sachen zu machen, mussten Hygienepläne studiert und umgesetzt werden“, berichtet die Rektorin weiter. Das mache nicht „fröhlich“, aber man habe die schwierige Zeit „gut gemeistert“, weil Schüler, Eltern und Lehrer „zusammenstanden“.

Für den Fernunterricht habe die Schule auf ein eigenes Konzept gesetzt, habe das „Homeschooling“ nicht über die einschlägigen Portale abgewickelt, sondern mit „Nextcloud“ ein „eigenes Ding“ gemacht, das gut funktionierte und den Schulserver nur sehr selten und jeweils nur kurz in die Knie zwang. In der Phase des Wechselunterrichts habe man sich für ein Modell entschieden, nach dem die Fächer des Stundenplans in zwei statt in einer Woche unterrichtet wurden. Für Fern- wie Wechselunterricht gelte aber, dass „wir mehr Vorbereitung reinstecken mussten und weniger unterrichtlichen Ertrag generierten“.

„Sehr schwierig“ sei es in der Phase der Schulschließungen vor allem gewesen, den Kontakt zu den Schülern zu halten. „Da ging schon Nähe verloren“, beschreibt die Schulleiterin die Situation. Und als die Schulen dann wieder öffneten, hätten sich auch veränderte Schülerinnen und Schüler in den zunächst geteilten Klassen gefunden. „Die Kinder waren auch wegen des einzuhaltenden Abstands sowas von brav, so still, so reserviert“, berichtet Arlett Hübsch. Sie habe es in dieser Phase geradezu „genossen, wenn mal ein Schüler ermahnt werden musste“. Auch außerhalb der Schule hätten den Kindern und Jugendlichen die „altersgerechten Erlebnisse“ in ihrer Freizeit gefehlt: „Das ist verpasst und kommt wohl nicht wieder.“

Und so bereitet auch die soziale Entwicklung Sorge. „Gerade bei einigen älteren Schüler entwickelte sich eine Form der Schulangst. Sie trauen sich nichts mehr zu, haben Panik vor Arbeiten“, berichtet sie. Und konstatiert: „Das größte Defizit, das die Schüler aus der Coronazeit mit sich schleppen, sind nicht die Leistungen in Deutsch oder Mathe. Es sind soziale Defizite, die erkennbar werden.“ Sie berichtet von Kindern, die „still und stiller“ wurden, die die gewohnten Kontakte zu Klassenkameraden nicht mehr suchten, sich vorwiegend auf digitale Kontakte konzentrierten. Die Anregung der Schulleiterin: „Die angekündigte Sommerschule sollte sich nicht nur auf kognitive Inhalte konzentrieren, sondern die seelische Gesundheit der Kinder und das soziale Miteinander in den Mittelpunkt stellen.“

Nicht einfach sei die Corona-Zeit auch deswegen, weil die Schule ja als „Mikrokosmos“ die Situation einer auseinandertriftenden Gesellschaft abbildet: „Da waren und sind auch in der Schule alle Positionen vertreten, von den Coronaleugnern über die Masken- und Testverweigerer bis hin zu Überängstlichen.“ Die Diskussionen seien aufwendig, brächten aber wenig Ertrag, zumal man ja nicht allen Positionen gerecht werden könne. Nicht zuletzt: Oft sei es auch darum gegangen, „verzweifelte Eltern zu beraten“.

Jetzt scheint das Gröbste überstanden, der Regelunterricht läuft auf die Sommerferien zu, die am 19. Juli beginnen. Die Noten sind –auch im Online-Unterricht- im Kasten. „Es sind belastbare Noten“, sagt Arlett Hübsch, wobei das zweite Halbjahr –anders als in „normalen“ Schuljahren- schwächer gewichtet werde. Die Abschlussfeiern für die Entlassschüler finden wie im vergangenen Jahr wieder in besonderer Form statt. Man hat sie den besonderen Zeitläuften entsprechend unter das Dalai Lama-Wort „Schwierige Zeiten lassen uns Entschlossenheit und innere Stärke entwickeln“ gestellt. Der Abschluss wird klassenweise und ohne viele Gäste gefeiert. Schülerbeiträge werden digital vorproduziert, die musikalische Umrahmung sehr gebremst unter Beachtung der Corona-Regeln vorbereitet. Statt einer großen Abschlussfahrt geht’s „nur“ auf einen Tagesauflug. „Sehr stolz“ machten die Schule die Wege, die die diesjährigen Absolventinnen und Absolventen einschlagen. Rund 60 Prozent der Entlassschüler marschierten Richtung Abitur, andere haben „richtig gute Ausbildungsplätze gefunden: Unsere Kinder machen einen guten Weg – wir freuen uns.“

Nach den großen Ferien hofft Arlett Hübsch auf ein „normales“ Schuljahr. Im Mai bereits hat sich die Gesamtkonferenz mit der Frage befasst, was durch Corona auf der Strecke blieb und wie Defizite ausgeglichen werden können. „Sicher ist, dass wir die Methodentage in überarbeiteter Form wieder aufleben lassen“, berichtet die Schulleiterin. Man werde „i-Pad-Klassen“ einführen, werde ab Klasse 7 ein auf den Umgang mit den Apple-Geräten bezogenes Wahlpflichtfach einrichten.

Digitale Lehrwerke seien auf dem Vormarsch, auch hier werde man behutsam sondieren, setze aber auf eine „Hybrid-Lösung“, die sowohl das digitale als auch das herkömmliche Lehrwerk im Unterricht einsetzt. Insgesamt geht Arlett Hübsch davon aus, dass der digitale Unterricht die herkömmliche Art des Lehrens „nicht ersetzen kann. Aber er hat seine Berechtigung und wird verstärkt Einzug halten“. Deshalb hat die Schule auch im Rahmen einer schulinternen Fortbildung den Umgang mit den verschiedenen Formen digitalen Unterrichts thematisiert. „Hier müssen wir auch die Kollegen mitnehmen, die nicht so technikaffin sind.“ Ansonsten ist sich die Schulleiterin sicher: „Wir fühlen uns für die Zukunft gut gerüstet und befinden uns auf dem Weg.“

Information zur Waldbestattung im RuheForst

Am Sonntag, 1. August 2021 findet im RuheForst® Südpfälzer Bergland Wilgartswiesen eine kostenlose, etwa einstündige Führung statt, bei der sich Interessierte über die Möglichkeiten der Waldbestattung im RuheForst informieren können.

Treffpunkt: 10.00 Uhr am Parkplatz „RuheForst“. Anfahrt: B 10, Abfahrt Wilgartswiesen/ Hermersbergerhof, ca. 3 km auf der K 56 Richtung Hermersbergerhof bis zum Hinweisschild „RuheForst“ links.
Weitere Termine in 2021, jeweils um 10.00 Uhr:

Sonntag, 5. September / Sonntag, 3. Oktober / Sonntag, 31. Oktober / Sonntag, 7. November und Sonntag, 5. Dezember.

Kontakt: Tel. 06392 4090177 oder E-Mail info@ruheforst-suedpfaelzerbergland.de.

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