Zunehmende Vermüllung des Waldes mit Papiertaschentüchern

7. August 2020
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HAUENSTEIN. Die vielen Wanderer, die in Corona-Zeiten unsere Wälder besuchen, sorgen auch für eine veritable Plage, die nicht nur übel aussieht, sondern sich auch zu einem Umweltproblem auswächst: Überall entlang der Wanderwege finden sich gebrauchte Papiertaschentücher, die nach Gebrauch –oft auch als Toilettenpapier- an Ort und Stelle weggeworfen werden und im Wald liegen bleiben.

Ein Beispiel vom Hauensteiner Schusterpfad: An dem Aussichtspunkt rund um den Felsentisch unweit des Hauensteiner Kreuzels liegen auf weniger als 25 Quadratmetern fast zwei Dutzend gebrauchter Taschentücher. Folgt man dem Premiumweg knappe zwei Kilometer weiter Richtung Weimersborn, so sind’s mehr als hundert solcher acht- und gedankenlos weggeworfener papierener Hinterlassenschaften, die ins Auge springen: eigentlich eine einzige Sauerei.

Auch der Forst nimmt diese zunehmende Vermüllung des Waldes mit Papiertaschentüchern wahr. „Kolossal störend“ sei das, bestätigt Michael Grünfelder, der Leiter des Forstamtes Hinterweidenthal, der überhaupt beklagt, dass der Wald derzeit „geflutet werde von Menschen, die sich an rein gar nichts halten.“ Man vertraue wohl „auf den mündigen Bürger“, sagt er, aber dieses Vertrauen werde immer wieder enttäuscht. Und so sei die Flut der weggeworfenen Taschentücher nur ein Problem unter vielen anderen.

Einwurf
Die vielen weggeworfenen Papiertaschentücher verschandeln unsere einzigartige Natur. Dabei wäre es so einfach, diese Flut aufzuhalten. Es müsste halt, wie so oft, jeder seinen Teil dazu beitragen. Es ist doch nicht zu viel verlangt, dass jeder seinen Müll wieder mit nach Hause trägt und dort entsorgt. Wenn das Taschentuch seiner Bestimmung entsprechend benutzt, dürfte das eh kein Problem sein. Und auch wenn das „Tempo“ das Toilettenpapier ersetzt, auch da gibt es Mittel und Wege, das verschmutzte Papier zu entsorgen. Viele Hundebesitzer haben es sich –Gott sei Dank- zur Regel gemacht, die Häufchen ihrer lieben Vierbeiner in einem Beutel mit nach Hause zu tragen. Das müsste mit gebrauchtem Papier ebenso möglich sein.

Es ist nicht nur die Optik, die stört. In einer Liste der „18 schlimmsten Umweltkiller“, die die Umwelt-Initiative „vanlust“ veröffentlicht hat, fehlt das Papiertaschentuch nicht. Denn: Die Taschentücher am Wegrand, hinter Bäumen und Felsen oder neben Ruhebänken verrotten sehr langsam. Woran das liegt? „Papiertaschentücher werden mit einem Nassfestmittel ausgestattet, das sich über das Fasernetzwerk der Zellulose legt. Dann bekommen die Tücher eine Festigkeit, die auch im nassen Zustand Bestand hat“, zitiert n-tv in einem online-Artikel einen Experten aus einer Herstellerfirma.

Wie lange es dauert, bis ein Papiertaschentuch den Weg alles Irdischen geht, darüber gehen die Meinungen auseinander, was auch mit den unterschiedlichen Bedingungen zu tun hat, unter denen das weiße Etwas verrotten soll: Es dauere „im normalen Kompost“ etwa drei Monate, bis sich das Taschentuch zersetzt hat, schreibt n-tv im gleichen Artikel. In der Natur verhält es sich anders: Der österreichische Alpenverein geht auf seiner Homepage unter der Überschrift „Saubere Berge“ von einer Verrottungsdauer von mindestens einem Jahr bis hin zu fünf Jahren aus. Das müsste zu denken geben… (ran)

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Schwerverletzter Motorradfahrer nach Verkehrsunfall auf B48
B48, Rinnthal-Johanniskreuz (ots) - Am Sonntagmorgen kam es zu einem folgenschweren Verkehrsunfall auf der B48 zwischen Rinnthal und Johanniskreuz. Ein 30-jähriger Motoradfahrer befuhr als letzter einer Dreier-Gruppe die B48 von Rinnthal kommend in Fahrtrichtung Johanniskreuz. Aus bislang ungeklärten Gründen kam der Motorradfahrer in einer langgezogenen Linkskurve nach rechts von der Fahrbahn ab und kollidierte anschließend mit einem Felsvorsprung. Der Fahrer wurde hierbei schwer verletzt und musste mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Die B48 war zur Unfallaufnahme eine Stunde in beide Fahrtrichtungen gesperrt. An dem Motorrad entstand wirtschaftlicher Totalschaden in Höhe von 12000 Euro. (Polizeidirektion Landau)